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Rundbrief Nr.4

Autor: MarenVoigt | Datum: 12 August 2015, 21:33 | 0 Kommentare

Hallo zusammen,

dieser ist der vierte und leider auch der letzte Rundbrief, in dem ich euch von meinem FSJ in Kpalimé berichte. Inzwischen haben die Schulferien im Collège und im Kindergarten begonnen und im Folgenden werde ich versuchen die letzten Arbeitswochen zusammenzufassen und ein wenig zu erzählen, wie ich meine freie Zeit verbracht habe.

 

Im Collège Protestant

Wegen der verlängerten Osterferien galt es einigen Stoff bis zu den Abschlussprüfungen aufzuholen. Deshalb habe ich zusätzlich zu meiner offenen Nachhilfe Dienstagnachmittag mit einer Seconde (1.Klasse der Oberstufe) samstags vormittags gearbeitet. Ihr Deutschlehrer hat in den übrigen Stunden die Grammatik erarbeitet, während ich mit den SchülerInnen die Texte im Buch gelesen und besprochen habe, damit der Wortschatz neben der vielen Grammatik nicht zu kurz kommt.
Zudem habe ich in den letzten Wochen auch einige Vertretungsstunden gegeben, weil leider einmal beide Deutschlehrer gleichzeitig nicht da waren.
Unterstützung bekamen die SchülerInnen von den Lehrern und Lehrerinnen nicht nur, was den Unterrichtsstoff betrifft, sondern auch was das spirituelle Wohlergehen angeht. Vor den Prüfungen wurde regelmäßig Gebetstreffen organisiert.
Mit dem Deutschclub haben wir Briefe der SchülerInnen unserer neuen Partnerschule in Bremen beantwortet und viel gesungen. Besonders begeistern konnten wir unsere SchülerInnen für Bewegungsspiele wie "Laurenzia" und "Story of my pony" und ich verstehe es als Lob für meine Arbeit, wenn mir SchülerInnen sagen, dass ich doch noch ein Jahr bleiben soll und dass sie mich vermissen werden. Der Abschied zum Schuljahresende fiel mir wirklich nicht leicht.


Im Kindergarten

Die letzten Wochen im Kindergarten waren geprägt von den Vorbereitungen für die Abschlussprüfungen der fünf Auszubildenden.Geprüft wurden die Gymnastik, eine Arbeitseinheit, die z.B. auf den Matheunterricht oder das Lesen und Schreiben vorbereitet und eine Arbeitseinheit, bei der die Erzieherin den Kindern ein Lied beibringt.
Für Letzteres habe ich Plakate gemalt, mit denen die Neugier der Kinder geweckt werden soll, bevor sie das Lied lernen.
Nachdem alle ihre Prüfung bestanden hatten, durfte ich auch einmal die Gymnastik übernehmen. Das  war natürlich eine ganz schöne Herausforderung, aber da der Ablauf immer gleich ist und die Kinder ihn kennen, haben sie sehr gut mitgemacht.
Diese Sporteinheit findet immer morgens als erstes statt, wenn es draußen noch kühl ist und beginnt im Klassenraum mit der Begrüßung. Die Kinder werden gefragt wie es ihnen geht und welcher Wochentag ist. Danach werden einige Bewegungslieder gesungen, bevor die Kinder der Reihe nach in den Hof gehen und auf einer Linie, um den aufgebauten Parcours zu laufen. Zum Aufwärmen wird mit den Armen geschlenkert, gehüpft, seitwärts gelaufen, usw. (Natürlich nicht ohne kleine Verschnaufpausen.)
Nach fünf Minuten ruft die Erzieherin die Kinder zu sich, um sie zu fragen, was sie im Hof sehen. "Reifen, Tische, Stühle, Matten, Bänke", rufen die Kinder. Ein Kind wird ausgewählt um zu zeigen, wie die einzelnen Stationen des Parcours zu bewältigen sind. Zehn Minuten lang krabbeln die Kinder dann zwischen Tischen über eine Matte, rutschen über Bänke, klettern über Tische auf Stühle und hüpfen über Stöcke. Danach werden die Kinder aufgefordert kreativ zu werden und sich selber auszusuchen wie sie die Station bewältigen wollen. Nach zehn weiteren Minuten helfen die Kinder die Materialien wegzuräumen und gehen dann leise und langsam in den abgedunkelten Klassenraum um sich für ein paar Minuten auf Matten liegend auszuruhen, während Musik gespielt wird.

Zum Ende des Schuljahres haben wir außerdem einen Ausflug zu einem Ausbildungszentrum gemacht. Mehrere Kindergärten Kpalimés haben sich in Autobussen auf den Weg in ein Dorf etwas außerhalb der Stadt gemacht. Nach dem Schmücken des Busses und einer kurzen Fahrt, während der wir alle Kindergartenlieder gesungen haben, die uns einfielen, gab es ein Picknick, das wir schon morgens früh vorbereitet hatten. Als alle satt waren ging es in das Ausbildungszentrum selber um die Arbeit in der Schneiderei, im Frisörsalon und in der Schreinerei zu besichtigen. Zum Abschluss haben wir in einer großen Runde mit den Kindern aus allen Kindergärten gesungen und getanzt.
Auch nachdem für die Kinder die Ferien schon begonnen hatten, sind wir noch in den Kindergarten gegangen um Basteltechniken zu lernen. So haben wir z.B. eine Modelliermasse aus Papier, Holzmehl, Wasser und Goma (einem Kleber, der aus einer Substanz der Yamswurzel gekocht wird) hergestellt.

Aus der Gemeinde

Wie ich schon in meinem letzten Rundbrief angedeutet habe, waren wir mit Biblia habobo in Lom Nava um das 25-jährige Bestehen der Assoziation in dieser Gemeinde zu feiern.
An einem Samstag wurde ein Konzert veranstaltet, bei dem verschiedenste Gruppen der Gemeinde aufgetreten sind, darunter das Blaßorchester, die Jugend, der große Chor, "Jeunes Femmes" und natürlich Biblia habobo selber. Am nächsten Tag wurde das Jubiläum dann noch mal ausgiebig im Gottesdienst gefeiert. Die Frauen aus Lom Nava hatten nicht nur einige Lieder einstudiert, sondern auch einen Sketch vorbereitet. Anschließend wurde zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. 

Im Juni wurde zudem das Fest der Frauen und im Juli das Fest der Männer in unserer Gemeinde gefeiert. Dafür hatten jeweils fast alle Frauen bzw. Männer der Gemeinde gemeinsam ein Lied einstudiert, das dann vorgesungen wurde. Die Jugendlichen hatten auch einen Sketch eingeübt und bei unserem Fest haben ein paar Frauen ein paar Gedichte vorgetragen, an die sie sich noch aus ihrer Grundschulzeit erinnern.

Vor kurzem gab es an einem Sonntagnachmittag ein kurzes Seminar zum Thema "Kommunikation über das Assoziationsleben" mit dem Ziel die Mitglieder der verschiedenen Assoziationen der Gemeinde aktiver und dynamischer zu machen.
Der dort besprochenen Definition nach ist eine Assoziation eine permanentbestehende Gruppe, deren Mitglieder ein gemeinsames nichtlukratives Ziel verfolgen. Außerdem ging es um die Prinzipien einer Assoziation, die Bedeutung von Beziehungen, Respekt, Toleranz, Verwaltung, Meinungsäußerung, Wertschätzung unserer Talente und vieles mehr.

Da ich am Anfang der Schulferien Besuch von einer Freundin aus Leverkusen hatte, mit der ich zwei sehr schöne Wochen in Kpalimé verbracht habe, war ich auch noch mal ein paar Tage in Lomé. Dort habe ich nicht nur die Gelegenheit genutzt ein paar Freunde wiederzusehen, aber auch noch einmal an einem Gottesdienst in der Gemeinde von Nyekonakpoe, wo ich auch ins neue Jahr gefeiert hatte, teilgenommen. Mit der Band ("Groupe musical") von Nyekonakpoe war ich dann nachmittags bei einem Auftritt in der Gemeinde von Agedzi in Lomé. Die Rede war von über zehn weiteren Bands aus den anderen Gemeinden der EEPT in Lomé, als wir ankamen mussten wir aber feststellt, dass sich von den anderen eingeladenen Gruppen keine einzige auf den Weg gemacht hatte. Die Enttäuschung dauerte aber nicht lange an, denn die Band und ein Chor der gastgebenden Gemeinde sorgten mehrere Stunden lang für ein abwechslungsreiches Programm und von den zahlreichen Konzerten, die ich bis jetzt besucht habe, war die Stimmung bei diesem mit Abstand am besten.

 
Ein weniger schönes Erlebnis war der unerwartete Tod eines Kollegen, der seit vielen Jahren als Mathelehrer am Collège gearbeitet hat. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beerdigung fand in seiner Gemeinde in Zomayi statt, genauso wie ein Danksagungsgottesdienst am Sonntag danach. Diese waren sehr bewegend.


Jugendcampvorbereitungen

In meinem letzten Monat in Togo werde ich an der Begegnung von Jugendlichen der EP Church Ghana, der EEPT und der Mitgliedskirchen der NM teilnehmen. Thema sind Umweltschutz und Klimagerechtigkeit.
Im Laufe der letzten Wochen haben Hannah und ich den Jugendpastor der EEPT auf zwei  Vorbereitungsreisen für das Camp begleitet. So ging es zuerst nach Notse, um dort mit den Verantwortlichen vor Ort zu sprechen, mit denen wir uns dann auf den Weg nach Kativou, ein Dorf nahe der Grenze zum Benin, gemacht haben, wo zeitgleich zu unserem Camp, ein Jugendcamp einer Schweizer-Delegation stattfinden wird.
Am nächsten Tag ging es dann weiter zum Wasserkraftwerk nach Nangbeto, wo wir während der Jugendbegegnung eine Nacht in der riesigen Hotelanlage bleiben werden, die zusammen mit dem Staudamm in den 80ern gebaut wurde. Finanziert wurde dieses Mamutprojekt, das hauptsächlich von dem deutschen Bauunternehmen Hochtief umgesetzt wurde, durch Kredite aus verschiedenen Entwicklungshilfefonds. Der togoische Staat hat sich dafür also verschuldet. Tausende Menschen mussten ihre Dörfer verlassen. Diese Reise war für mich ein Anstoß, noch genauer über sogenannte "Entwicklungshilfe" (auch:  Entwicklungszusammenarbeit) nachzudenken.
Unsere zweite Reise führte uns von Lomé bis nach Kara, in die zweitgrößte Stadt Togos, die im Norden liegt. Dort wird die Jugendbegegnung beginnen. Nach einer kurzen Besprechung zum Programm, Verpflegung und Aufenthaltsräumen mit dem Inspektor und dem Katechisten der Gemeinde haben wir die von der katholischen Kirche betriebene Herberge besucht, in der wir übernachten werden. Ein wenig ungewohnt war es, nicht mehr den üblichen Mix aus Ewe und Französisch zu sprechen, sondern sich ganz auf Französisch zu verständigen, da in Kara überwiegend Kabiyé gesprochen wird.
Ich freue mich schon sehr auf diese interkulturelle Begegnung, den Austausch zu verschiedensten Themen, neue Denkanstöße und spannende Diskussionen.

Nach meiner Rückkehr aus dem Camp bleibt mir dann noch eine Woche zum Abschiednehmen und Kofferpacken. Realisiert habe ich das noch nicht, auch wenn ich inzwischen fast täglich gefragt werde, wie lange ich noch da bin und ob ich denn nicht länger bleiben kann. Aber ich fühle eine tiefe Dankbarkeit für alles, was ich in den letzten Monaten erleben durfte, für neue Freunde, für Gelegenheiten über mich selbst hinaus zu wachsen, für alles Dazugelernte, für die Menschen, die mich aufgenommen haben, für jede Form der Unterstützung.

 

Alles Liebe und Gottes Segen,

eure Maren

 

Rundbrief Nr.3

Autor: MarenVoigt | Datum: 18 Mai 2015, 16:32 | 0 Kommentare

Hallo ihr Lieben,

es fühlt sich so an, als hätte ich gerade erst den zweiten Rundbrief geschrieben und schon steht der Nächste an. Die letzten drei Monate in Kpalimé waren sehr erlebniss- und abwechslungsreich und sind deshalb wie im Flug vergangen.
In diesem Brief werde ich von der Kulturwoche in der Schule, von einem neuen Arbeitsbereich im Kindergarten, vom Gemeindeleben und meinen sonstigen Aktivitäten berichten.



ENIJE (ECOLE NORMAL DES INSTITUTRICES DES JARDINS D'ENFANTS)


Im Februar, gerade mit neuer Energie und Ideen vom Zwischenseminar in Ghana zurückgekehrt, hat sich für mich die vollkommen neue Möglichkeit eröffnet zusammen mit den fünf 1-Jahres-Praktinkantinnen des Kindergartens am Theorieunterricht teilzunehmen.
Der Unterricht findet im Ausbildungszentrum für ErzieherInnen ENIJE statt, das 1976 in den Räumlichkeiten der EEPT gegründet wurde und wird von zwei Ausbilderinnen und einem Ausbilder gegeben.
Es geht dort nicht nur um die Geschichte und die Bedeutung des Kindergartens, die Entwicklung der Vorstellung vom Kind in den Jahrhunderten, Entwicklungsstufen, usw.  Wir lernen auch verschiedenste Mal- und Basteltechniken und probieren diese zusammen aus.
Durch die Beispiele der AusbilderInnen aus dem Kindergartenalltag empfinde ich den Unterricht als leicht verständlich, kurzweilig und Theorie und Praxis lassen sich gut miteinander verknüpfen.
Um trotzdem weiterhin Zeit mit den Kindern zu haben, habe ich mich entschieden auch montags in den Kindergarten zu gehen. So bin ich nun montags und Donnerstag vormittags im Kindergarten und Donnerstag nachmittags und Freitags beim Theorieunterricht, zu dem übrigens nicht nur Praktikantinnen aus dem Kindergarten Temple sondern auch aus ganz Kpalimé und Agou kommen, sodass wir insgesammt fast 20 sind.
 

Semaine culturelle (Kulturelle Woche)

Nachdem die SchülerInnen des Collèges die Abschlussprüfungen für das zweite Trimester geschrieben hatten, fand in der Woche vor den Osterferien die Semaine culturelle statt.
Schon vor längerer Zeit hatten wir in der DeutschAG mit der Planung einer kleinen Szene begonnen um sie den anderen vorzuführen. Verschiedenste Vorschläge wurden gesammelt und die Mehrheit hatte für ein Stück zum Thema "Recht auf Bildung" gestimmt. Die Vorbereitungen dafür haben mir, dank der motivierten SchülerInnen, viel Spaß gemacht. Einige konnten schon direkt bei der zweiten Probe ihren Text auswendig.
Nach einer kurzen Einleitung in die Thematik auf Deutsch und Französisch, spielten die verkleideten SchülerInnen, die erst seit diesem Schuljahr Deutsch lernen, schließlich den vorbereiteten Sketch ohne Versprecher vor.
Auch die EnglischAG hatte einen Sketch vorbereitet. Damit war dann die Semaine culturelle offiziell eröffnet.
In den folgenden Tagen wurden die Schuluniformen gegen traditionelle Kleidung getauscht. An einem Tag war das Motto z.B. "königlich", sodass auf dem Schulhof vorallem SchülerInnen in royalen Gewändern zu sehen waren. Dort wurden klassenweise in Gruppen verschiedenste traditionelle Gerichte zubereitet. Da meine Klassen natürlich umbedingt wollten, dass ich bei ihnen esse und alles sehr lecker war, war ich am Ende des Tages sehr sehr satt. Außerdem gab es eine Pleniumsdiskussion mit SchülerInnen und LehrerInnen, Interviews, Musik und Tanz.



Semaine de la Jeunesse (Woche der Jugend)


Ende Februar fand in den Gemeinden der EEPT die Woche der Jugend statt.
Die Jugendgruppen der Gemeinde organisierten verschiedenste Aktivitäten. So zum Beispiel ein Fußballturnier, einen Straßenlauf, ein Gebetstreffen und ein Konzert zu dem auch verschiedenste Chöre der Gemeinde einen Beitrag geleistet haben. So haben wir auch mit einer kleinen Gruppe von Biblia habobo einige Lieder gesungen. Zwischen den einzelnen Beiträgen führten die Jugendlichen mehrere Sketche auf, die für einige Lacher sorgten. Abgeschlossen wurde die Woche mit einem festlichen Gottesdienst, der von den Jugendlichen mitgestaltet wurde.


Weltgebetstag der Frauen

Zum Weltgebetstag haben wir am Freitag, den 5.März um 5h morgens einen Gottesdienst gefeiert. Dieser wurde dieses Jahr von Frauen der Bahamas Inseln vorbereitet und hatte das Thema: "De miese nu si mewo na mí la gomea?" (Versteht ihr, was ich für euch getan habe?)
Die Liturgie wurde von einigen Frauen aus meinem Chor, Biblia habobo, und ein paar anderen Frauen aus der Gemeinde gelesen. Ein wenig überrascht war ich schon, als sie mir ein paar Tage vorher sagten, ich solle doch auch einen Teil lesen, denn der Gottesdienst war natürlich auf Ewe.
Das Lesen klappte aber, nachdem ich die richtige Intonation mehrmals geübt hatte, einwandfrei.
Dadurch, dass die Bibeltexte in verteilten Rollen gelesen wurde, einige Frauen einen Sketch passend zum Thema vorgespielt haben und viele Menschen an der Gestaltung beteiligt wurden, war der Gottesdienst sehr abwechslungsreich und lebendig.


Palmsonntag & Ostern


Am Sonntag vor Ostern war es nicht schwer zu erkennen, welches Fest gefeiert wurde. Die Kirche war mit Palmwedeln geschmückt und viele GottesdienstbesucherInnen hatten Blumen und Pflanzengrün mitgebracht. Diese wurden dann geschwenkt um die Kindergottesdienstkinder, die sonst parallel ihren eigenen Gottesdienst feiern, in der Kirche zu empfangen. Ebenfalls mit Palmenzweigen in der Hand sangen die Kinder einige Lieder, die die KindergottesdienstleiterInnen mit ihnen einstudiert hatten.
Den Ostergottesdienst fand ich besonders schön, weil die Lieder noch fröhlicher waren, als sie es sonst schon sind. Außerdem gab es mehrere Taufen und der große Chor hat in einer feierlichen Prozedur vier neue Mitglieder aufgenommen.
In den folgenden Tagen waren wir dann bei mehreren Freunden zum Essen eingeladen.


Meine Freizeitaktivitäten

Nach wie vor gehe ich gerne zu den Chorproben von Biblia habobo. Im Moment bereiten wir ein Konzert in einer anderen Gemeinde Kpalimés vor. Die Assoziation Biblia habobo feiert in Lomnava nämlich ihren 25. Geburtstag und hat die Frauen, der anderen Gemeinden eingeladen mit ihnen zu feiern. In unserer Gemeinde "Afegame" besteht die Gruppe schon seit 60 Jahren.

Da die Schulferien, um die Sicherheit während der Präsidentschaftswahlen zu gewährleisten, verlängert wurden, hatte ich im April viel Zeit für Aktivitäten, die über meinen gewohnten Arbeitsalltag hinaus gehen.
So habe ich die Gelegenheit genutzt Einblicke in die Arbeit einiger Assoziation in Lomé zu bekommen. Insgesamt vier Tage war ich in der Assoziation A.JE.D.I (Action des JEunes pour le Developpement Integral) und habe dort viel über Projektplanung- und Dokumentation gelernt.
Außerdem hatte ich die Chance bei der Recherche zu einer Masterarbeit über die Assoziationen, die in den letzten drei Jahren in Lomé gegründet wurden, zu assistieren.
Die Assoziationen intervenieren in den verschiedensten Bereichen: Bildung, Agrikultur, Microfinanzen, Dorfentwicklung, Unterstützung von benachteiligten Frauen und Kindern,...
Ich habe z.B. die ausgearbeiteten Fragebögen gegengelesen, die PräsidentInnen der durch Zufall ausgewählten Assoziatioen telefonisch kontaktiert, um um ihre Mitarbeit zu bitten, und durch die Antworten beim anschließenden Interviewgespräch viel gelernt. Welche Motivation steckt hinter der Gründung einer Assoziation? Welche Ziele verfolgen sie? Vor welche Herausforderungen werden die Mitarbeitenden gestellt? Welche Art von Unterstützung wünschen sich die PräsidentInnen der Assoziationen vom Staat? ...
Einige Projekte haben wir sogar direkt vor Ort besucht, sodass ich mir auch ein Bild von der Praxis machen konnte.
Eine weitere schöne Erfahrung in Lomé war es von einer Freundin zu ihrem Chor der Gemeinde in Tokoin-Centre mitgenommen zu werden. Da es ein Jugendchor ist, der auf Englisch und Französisch singt, war das eine willkommene Abwechslung zu meinen Chorerlebnissen mit Biblia habobo.

Im Kontrast zu diesen Erfahrungen in der Hauptstadt mit etwa 1 Millionen Einwohnern, stand mein dreitägiger Ausflug in zwei verschiedene Dörfer Danyis. Danyi ist eine Bergregion die etwa zwei Autostunden nördlich von Kpalimé liegt.
Da ich mit einem Freund unterwegs war, der von dort kommt, habe ich viele Einblicke in das Leben der Menschen dort bekommen. Ich habe mich überall sehr willkommen und herzlich aufgenommen gefühlt.
Wir waren im Kloster in Dzogbegan und wurden dort auch direkt zu einer Andacht eingeladen, die hauptsächlich aus Gesängen auf Französisch bestand und eine angenehme Erholung nach der langen Reise war.
In Elavanyo sind wir auf einen Berg gewandert und haben auf dem Rückweg Kuhhirten bei der Arbeit getroffen. Im Wald haben wir Pilze gesucht und auch gefunden, obwohl es in den Tag zuvor nicht geregnet hat.
In Kakpa durfte ich ein wenig bei der Feldarbeit helfen, aber besonders hat mir ein Abend mit den Kindern gefallen. Nach dem Abendessen trifft man sich um gemeinsam zu spielen. Zu den Spielen gehören zum Beispiel "Abzählspiele" oder die SpielleiterIn geht zu jedem Kind und lässt in die Hand eines Kindes einen kleinen Stein fallen und eineR muss erraten, wer das Steinchen hat.
Dann werden angeleitet von einem Erwachsenen Rätselfragen, die so genannten "Adzo" gestellt, als Einleitung zum Geschichten erzählen. Die Märchen, die anschließend erzählt werden, haben meist entweder eine Moral oder sind lustige Antworten auf Warum-Fragen, wie: Warum sehen wir die Sonne tagsüber und den Mond nachts? Warum baut die Spinne Netze? Warum ist die Banane krumm?


Auch in Kpalimé wird mir nicht langweilig. Wenn ich nicht gerade dabei bin, mein Ewe zu verbessern, mache ich lange Stadtspaziergänge und so sind mir die allermeisten Viertel nicht mehr nur leere Worthüllen, sondern ich kenne mich ganz gut in der Stadt aus. Ansonsten bin ich ab und zu bei SchülerInnen oder Frauen aus dem Chor und viel bei Freunden. Einen Tagesausflug mit dem Rad nach Kpime habe ich auch schon gemacht. Nach einer zwei stündigen Berg-und-Tal-Fahrt und einem eineinhalb stündigen Fußmarsch durch die Sonne, konnte ich dort im kühlen nass am Wasserfall baden.


Schulbeginn

Ich denke, es ist ein gutes Zeichen, dass ich mich gefreut habe, als nach den Ferien die Schule wieder losging.
Die Kinder aus dem Kindergarten haben mir schon gefehlt. Auch wenn die Arbeit dort körperlich und geistig anstrengend ist, tut mir die fröhliche unbeschwerte Art der Kleinen gut.
Am Montag nach den Ferien stand dann erst einmal eine große Aufräumaktion an. Der gesamte Schulhof war voller Blätter, die beseitigt werden mussten. Außerdem waren einige Wege dank der regelmäßigen Regenfälle der letzten Woche zugewachsen. Auch die Räume wurden endstaubt und die Spielecken wieder neuhergerichten.
In der Schule geht es für die meisten meiner Klassen jetzt in wenigen Wochen auf's BAC I (Abschlussprüfung der vorletzten Klassenstufe) bzw. BAC II (Abitur) zu und LehrerInnen und Freiwillige geben ihr Bestes sie optimal darauf vorzubereiten.

Auf die letzten drei Monate meines Jahres freue ich mich sehr und daran, dass mir nicht mehr viel Zeit hier bleibt, möchte ich noch gar nicht denken.
Ich bin allen, die mir diese Erfahrungen hier ermöglichen und denen, die mich auf welche Art auch immer unterstützen, unheimlich dankbar und wünsche allen für die Zeit bis zu meinem nächsten Rundbrief alles Gute.

Herzliche Grüße,
Maren



 

Eine kleine Neuigkeit

Autor: MarenVoigt | Datum: 14 März 2015, 20:18 | 0 Kommentare

Hallo allerseits,

falls euch die Länge meines letztens Blogeintrags nicht abgeschreckt hat, wisst ihr, dass ich inzwischen im Alltag angekommen bin. Das heißt aber natürlich nicht, dass dieser Alltag nicht voller Abwechslung und kleiner und großer Überraschungen wäre.
So eine Überraschung hatte ich z.B vor ein paar Wochen, nachdem ich (gerade zurück vom Zwischenseminar) wieder in den Kindergarten gegangen bin.
Dort hat sich die völlig neue Möglichkeit für mich eröffnet zusammen mit den anderen Praktikantinnen donnerstags Nachmittag und freitags zum Theorieunterricht zu gehen.
Der Unterricht findet im Ausbildungszentrum ENIJE (ECOLE NORMAL DES INSTITUTRICES DES JARDINS D'ENFANTS), das 1976 in den Räumlichkeiten der EEPT gegründet wurde, statt und wird von zwei Ausbilderinnen und einem Ausbilder gegeben.
Es geht dort nicht nur um die Geschichte und die Bedeutung des Kindergartens, die Entwicklung der Vorstellung vom Kind mit den Jahrhunderten, Entwicklungsstufen, usw.  Wir lernen auch verschiedenste Mal- und Basteltechniken.
Durch Beispiele aus dem Kindergartenalltag empfinde ich den Unterricht als leicht verständlich und Theorie und Praxis lassen sich gut miteinander verknüpfen.
Um trotzdem weiterhin Zeit mit den Kindern zu haben, habe ich mich entschieden auch montags in den Kindergarten zu gehen.
Nächste Woche lernen die Kinder dort die französischen Begriffe für die verschiedensten Kleidungsstücke, weshalb ich in den letzten Tagen viel mit Bildchenmalen beschäftigt war. So können die Kinder entweder Bilder gleicher Kleidungsstücke einanderzuordnen (Alterstufe der Jüngsten) oder das Bild dem passenden Wort zuordnen (Alterstufe der Ältesten).

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        Ein kleiner Teil der Bilder für den Unterricht

 

Runbrief Nr.2

Autor: MarenVoigt | Datum: 23 Februar 2015, 19:59 | 0 Kommentare

Bonjour à tous,

und schon sind die nächsten drei Monate und damit fast ein halbes Jahr meines Freiwilligendienstes in Togo vorbei. Vieles, das am Anfang neu und ungewohnt war, gehört inzwischen längst zu meinem Alltag. Trotzdem habe ich in den letzten Monaten unheimlich viel erlebt und versuche euch an ein paar dieser Erlebnisse teilhaben zu lassen. In diesem Brief erfahrt ihr also ein wenig mehr von meiner Arbeit im Collège Protestant und im Kindergarten, der Weihnachtszeit, Neujahr in Lomé, meinen Choraktivitäten und was ich sonst noch so mache.

Aus meinem Schulalltag

Meine Arbeitswoche beginnt montags pünktlich um 6h45 mit einer Versammlung auf dem Schulhof des Collèges. Die SchülerInnen stehen dabei in ihren Klassen geordnet und hören als erstes ein Lied von einem der beiden Schulchöre. Danach hält der Schulpfarrer, der Direktor oder einer der Lehrer eine Andacht zu einem Bibeltext. Nach dem gemeinsamen Vaterunser, gibt es dann Informationen zu Veranstaltungen in der nächsten Woche oder am Wochenende. Zu diesen Veranstaltungen gehören nicht nur die Klassenarbeiten die jeden Montagnachmittag geschrieben werden, sondern auch nicht verpflichtende Angebote wie Fußball- und Volleyballturniere oder Gebetstreffen.

Letztere finden ebenfalls auf dem Schulhof statt und werden von der "Groupe musical" (Schulband mit Chor), dem Pfarrer und einigen Lehrern gestaltet. Sowohl das Treffen vor den Trimesterprüfungen als auch das Gebet zum Trimesterabschluss  waren sehr gut besucht. Von Schülern habe ich die Rückmeldung bekommen, dass sie sich durch die Treffen ermutigt fühlen, als was in den ersten Monaten des Schuljahres nicht gut lief, hinter sich zu lassen und mit neuer Motivation das zweite Trimester zu beginnen.
Nach dem gemeinsamen Wochenstart geht es dann für mich in den Deutschunterricht. Ich begleite nach wie vor zwei Lehrer.
Während den Grammatikeinheiten sind meine Aufgaben Vokabeln anschreiben, schauen ob die SchülerInnen richtig abschreiben und Fragen beantworten.
Auch die Korrektur von der Hausaufgaben oder der Klassenarbeit gehört zu den Aufgaben, die ich übernehme.
Inzwischen übernehme ich nicht nur die Stunden, in denen wir einen Text erarbeiten, sondern auch öfters die Stunden, wenn einer der beiden Deutschlehrer nicht da ist (weil er zum Beispiel auf einem Fortbildung oder einem Seminar ist), so kann es sein, dass ich schon mal an einem Tag sechs Unterrichtstunden à 50 Minuten gebe.
Deshallb verwende ich meine wenigen Freistunden immer öfter auch dafür meinen Unterricht vorzubereiten, bin aber auch hin und wieder noch im Französischunterricht und verbessere so nicht nur mein Französisch, sondern erfahre auch vieles Neues zum Beispiel über die Literaturepoche der Negritude und ihre Autoren und Werke.

Dienstagnachmittags findet man mich in einem der Klassenräume um jedem, der kommt, Nachhilfe zugeben oder bei den Hausaufgaben zuhelfen. Die meisten kommen für Deutsch. Hin und wieder werde ich aber auch nach Hilfe beim Englischlernen gebeten.
Diese Arbeit macht mir ziemlich viel Spaß, weil ich dabei wirklich gezielt auf die Fragen und Probleme der SchülerInnen eingehen und mit ihnen daran arbeiten kann. Zudem ist dieseine gute Möglichkeit sie ein bisschen besser kennenzulernen. Außerdem spüre ich wirklich ihre Dankbarkeit für dieses Angebot. Zum Beispiel wenn ich Kekse geschenkt bekomme oder gefragt werde, ob ich nicht noch an anderen Tagen da bin um zulernen.

Vor Kurzem haben Hannah und ich nun Mittwochnachmittag einen "Deutschclub" angefangen für alle, die sich für die deutsche Sprache und Kultur interessieren.
Wir haben die Hoffnung, dass wir bei der "Semaine Culturelle" (Kulturelle Woche) des Collèges im April mit den TeilnehmerInnen ein kleines Theaterstück aufführen können.
Bei der Diskussion über das Thema des Stücks hat sich die große Mehrheit für die Idee Frauenrechte ausgebrochen. Der Grund ist wohl zum einen, dass die beiden anderen großen Vorschläge "Umweltschutz" und "Toleranz" schon durch den "Umweltclub" und den "Toleranzclub" vertreten sein werden und zum anderen, dass der Mädchenanteil  bei unseren bisherigen Treffen bei etwa 90% lag. Ich bin gespannt, ob das so bleiben wird.
Die Wünsche der TeilnehmerInnen, was sie außer Theaterspielen gerne machen würden, sind: deutsche Lieder und Spiele lernen, Gedichte zu verstehen und auswendig lernen, Dialoge sprechen und Betreuung bei den Deutschhausaufgaben bekommen.  Bis jetzt macht es aber auf jeden Fall Spaß zu sehen, wie sie sich für Kreisspiele begeistern lassen und auch die Idee sich die neuen Wörter im Gedicht über ein Vokabelmemorie zu erschließen, kam gut an. Es gefällt mir wirklich gut, dass ich durch die übersichtlichere Gruppengröße ganz andere Möglichkeiten als im Vormittagsunterricht habe, andere Methoden verwenden und neue ausprobieren kann.

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Morgenadacht vor dem Unterricht

Im Kindergarten

Weil ich ja auch auf dem Collègegelände wohne, freue ich mich immer noch donnerstags und freitags ein bisschen rauszukommen, wenn ich in den Kindergarten gehe. Nicht, weil es mir in der Schule nicht gefällt, sondern weil ich die Abwechslung mag und mir die Kinder dort schon sehr ans Herz gewachsen sind.
Im Kindergarten hat mir die Vorweihnachtszeit besonders gut gefallen.
In den Wochen vor Weihnachten haben wir mehr gebastelt. So sind viele schöne Girlanden entstanden, mit denen wir die Räume dekoriert haben.
In der letzten Woche vor den Weihnachtsferien wurden im Collège die Trimesterabschlussprüfungen geschrieben. Für die SchülerInnen hieß das: eine Woche lang kein Unterricht, nur Prüfungen. Und für mich: keinen Unterricht, nur Kindergarten, weil ich nicht für die Aufsicht eingeteilt war.
In dieser Woche haben wir mit den Kindern jeden Tag das Krippenstück geübt, mit dem wir in den Wochen davor schon begonnen hatten. 
Aufgeführt wurde das Krippenspiel fast reibungslos am letzten Schultag bei einer Weihnachtsfeier mit den Eltern und Vertretern der Kirchenleitung. Nur der Engel hatte plötzlich Lampenfieber, sodass die Zweitbesetzung ranmusste. Danach haben wir jedes Kind mit einer Tüte Süßigkeiten in die Ferien entlassen.
Am nächsten Tag haben wir uns mit Erzieherinnen aus zwei weiteren Kindergärten Kpalimés getroffen und gemeinsam zwei Gründerinnen der Kindergärten in Togo besucht, die uns nach den Herausforderungen im Kindergarten gefragt haben und uns nochmal ans Herz gelegt haben, wie wichtig es ist, die Arbeit mit den Kindern mit Freude und Liebe zumachen. Kpalimé war die erste Stadt Togos in der Mitte der 80er ein Kindergarten eröffnet wurde. Von dortaus verbreitete sich das Konzept nach Burkina Faso und in den Benin.
Bevor dann auch für uns die Weihnachtsferien begannen, gings noch mal zum Kindergarten zum Spülen und Waschen und die Materialen in den drei Gruppenräummen mussten mit Zeitungen abgedeckt werden, damit sie nicht einstauben, denn von Anfang Dezember bis Anfang Januar war Harmattan. Das ist der Passatwind, der sich als kühler Nordwind bemerkbar macht und aus der Sahara kommt und deshalb viel Sandstaub mitbringt.

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Spiel im Kindergarten: Wer schafft es die Sportsachen am schnellsten anzuziehen?

Die Weihnachtszeit

Außerhalb des Kindergartens hat sich die Vorweihnachtszeit daran bemerkbar gemacht, dass es mehr Süßigkeiten als sonst und Weihnachtsdeko zu kaufen gab.
Im Deutschunterricht haben wir Weihnachtslieder beigebracht und auch eine der Klassenarbeiten befasste sich mit einem Text zum Thema Weihnachten.
Ein sehr schönes Vorweihnachtserlebnis hatte ich in der Poststelle in einer Warteschlange, wo ich mit einer älteren Dame, die sich aus ihrer Schulzeit daran erinnern konnte, "Stille Nacht" gesungen habe. So wurde das Warten kurzweilig.
"Za nyuie la" (Stille Nacht auf Ewe) habe ich dann auch am 21. Dezember mit meinem Chor Biblia habobo bei dem Konzert "Noel pour tous" (Weihnachten für alle) gesungen. Dadurch, dass auch die Biblia habobo-Chöre aus den anderen Gemeinden Kpalimés dabei waren, waren wir eine ganz schön große Gruppe.
Für den Auftritt habe ich von der Organisation Biblia habobo den Stoff für die Choruniform geschenkt bekommen. Worüber ich mich sehr gefreut hab.
Das Konzert dauerte insgesamt 4 1/2 Stunden, weil verschiedenste Gruppen der Gemeinde und auch Einzelkünstler ihren Beitrag geleistet haben, was den Abend sehr abwechlungsreich gemacht hat. Es gab nicht nur viele Chorauftritte, sondern auch Tanzchoreographien, Schauspiel, Blaßmusik und vieles mehr.
Am 24. Dezember war ich abends in der Kirche, wo die Kinder des Kindergottesdienstes ein Krippenspiel gezeigt und Gedichte aufgesagt haben. Ein großer Weihnachtsbaum und Lichterschlangen durften natürlich auch nicht fehlen.
Weihnachten selber haben Hannah und ich am 25. im Gottesdienst und danach bei einer Kollegin gefeiert, bei der wir zum Essen eingeladen waren.

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Geschmückter Kirchraum in Afegame und Biblia habobo beim Konzert "Noel pour tous"

In Lomé

Das hier deutlich größere und wichtigere Fest, Silvester, wurde schon von da an immer wieder mit Raketen und Böllern angekündigt.
Ins neue Jahr habe ich in der Gemeinde Nyekonakpoe in Lomé gefeiert. Die Kirche war vollkommen überfüllt und die Atmosphäre sehr schön. Wir haben sehr viel gesungen und um Mitternacht lagen sich alle in den Armen.
Den Neujahrstag habe ich in der Familie einer Freundin verbracht, wo ich mich sehr wohlgefühlt habe. Wir haben viel geredet, gegessen, mit ihren Verwandten, die nicht in Togo wohnen, geskypt und waren am Strand.
Sehr spannende Erfahrungen in der Hauptstadt waren außerdem der Besuch einer Soziologie-Vorlesung an der Universität und der Besuch des Nationalen Instituts für wissenschaftliche Recherchen.   
Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Lomé, die mir aber auch gezeigt hat, dass ich mich in Kpalimé zu Hause fühle. Und irgendwie tat es gut, wenn die VerkäuerInnen in Lomé  mich gefragt haben "Nètso Kpalimea?" (Kommst du aus Kpalimé?), weil sie es an meiner Art Ewe zusprechen, erkannt haben.
An ein weiteres Erlebnis, dass ich schon ganz vergessen (oder verdrängt) hatte, wurde ich zwei Wochen später von einer Kollegin erinnert, die uns mit den Worten "Ich hab euch gestern Abend im Fernsehen gesehen" begrüßt hat. Direkt nach unserer Ankunft in Lomé hatte nämlich ein Fernsehteam Hannah und mich nach unserer Meinung zu einem neuangebrachten Gemälde befragt.

Freizeitgestaltung

In der Zeit, in der ich nicht mit Unterricht im Collège Protestant und Kindergarten "Temple", mit den Chorproben oder mit Kochen, waschen, putzen, einkaufen beschäftigt bin, gebe ich gerne zusätzlich Nachhilfe. Viele der SchülerInnen, die nachmittags und abends in die Klassenräume zum Lernen kommen, sind auch gerne bereit mir beim Ewelernen zu helfen.
Die Frau von unserem Mentor nimmt uns auch gerne mit, wenn sie durch ihre Assosoziation "Jeunes Femmes", die ein Ähnlinches Konzept wie Biblia habobo hat, in andere Gemeinden reist und Gottesdienste besucht. Es ist immer wieder schön so ein bisschen rauszukommen und andere Städte bzw. Dörfer zumindest ein wenig kennenzulernen.
Ansonsten treffe ich mich gerne mit SchülerInnen und Freunden, die mir gerne Neues zeigen. Ob einen Markt in einem anderen Viertel, einen Besuch bei einer Töpferin, die Dörfer, die ein wenig außerhalb der Stadt liegen, Schmuck-Shoppen, Früchte, die ich noch nie gegessen hab, ein Gottesdienst für Taub-Stumme... Es wird nie langweilig.
In den Weihnachtsferien habe ich außerdem fast einen ganzen Tag im Friseursalon verbracht um mir meine Haare einflechten zu lassen. So kurz vor Weihnachten war da natürlich viel los, aber die Zeit und Geduld waren es wert.


Biblia habobo in Zomayi

Jedes Jahr zum Anfang das neuen Jahres treffen sich alle Frauen aus Kpalimé, die in der Organisation Biblia habobo sind in einer Gemeinde um dort für das vergangene Jahr zu danken. Deshalb waren wir vor ein paar Wochen in der Kirche von Zomayi. Das Kirchengebäude dort ist deutlich kleiner als das in Afegame, meiner Gemeinde, und so kam es, dass man in Zomayi ein Meer aus blauen Punkten sehen konnte, das fast die Hälfte des Raums ausgefüllt hat. Blaue Punkte deshalb, weil zur Choruniform an diesem Tag ein blaues Kopftuch gehörte.
So oft, wie sonst selten, konnte man an diesem Tag den Gruß "Yehowa ye nye kplola nye." (Der Herr ist mein Hirte) und die Antwort "Naneke mehiam o." (Mir wird nichts mangeln) hören, da dies das Grußwort von Biblia habobo ist.
Das Lied, das wir an diesem Sonntag gesungen haben, hatte der Chor schon vor längerer Zeit gelernt, aber zum Glück war eine der Frauen so nett es mir beizubringen, sodass ich auch mitsingen konnte.
Ich fühle mich also weiterhin sehr wohl im Chor und gehe gerne zu den Proben und den morgendlichen Bibelarbeiten.
 
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Biblia habobo in Zomayi

Ja, ich kann sagen, dass ich mit meinem Leben hier sehr glücklich und zufrieden bin. Vielen Dank für jede Art von Unterstützung, die ich durch euch erfahre.
Ich freue mich auf Rückmeldungen und Fragen
und sende ganz liebe Grüße aus Kpegolonou (dem Stadtteil von Kpalimé, in dem ich wohne),

Maren

 

Ist es wirklich schon so weit?

Autor: MarenVoigt | Datum: 22 Dezember 2014, 20:03 | 1 Kommentare

Ja!! Weihnachten steht vor der Tür. Und das noch nicht mal plötzlich. Schon länger gibt es Weihnachtsdeko und deutlich mehr Süßes in deutlich größeren Packungen zukaufen.
Auch im Friseursalon ist einiges los und während ich diese Zeilen schreibe, höre ich in der Ferne Weihnachtslieder.

Ich grüße euch mit einem Foto vom Weihnachtskonzert "Noel pour tous" (Weihnachten für alle) vom 4.Advent, bei dem verschiedenste Gruppen aus der Gemeinde aufgetreten sind. Darunter waren z.B. die großen Chöre, eine Jugendgruppe, das Blasorchester und viele mehr.

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Bibliahabobo beim Konzert

Während ich deshalb mit Bibliahabobo schon seit Ende November Weihnachtslieder auf Ewe probe, habe ich in der letzten Schulwoche meinen SchülerInnen "Stern über Betlehem", "Stille Nacht, heilige Nacht" und "O du fröhliche" beigebracht.

Auch im Kindergarten gab es seit einigen Wochen Weihnachtsvorbereitungen. Es wurde nicht nur fleißig Dekoration für die Klassenräume gebastelt. Die Kinder haben auch ein Krippenspiel eingeübt, das sie am 18.12. den Eltern vorgeführt haben, bevor wir sie (natürlich nicht ohne Süßigkeiten) in die Ferien entlassen haben.

Jetzt wünsche ich euch und euren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest, besinnliche Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr.

Weihnachtliche Grüße aus Kpalimé,
Maren

 

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